Archivperlen, Teil IV: Das Barackenlager von Brieselang

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Die Deutsche Reichsbahn errichtete ab Juli 1944 auf dem ihr gehörigen Grundstück in der Bahnstraße 20-23 ein Barackenlager. Es sollte der Unterbringung von ausländischen Arbeitskräften dienen. Bereits im September des Jahres war das Lager zur Hälfte fertig gestellt.

Von Beginn an versuchten Bürgermeister Willi Pietrek und die Brieselanger Bürger sich gegen den Bau zu wehren und an den Ortsrand zu verlagern. Man hatte Vorurteile gegen die Ausländer und auch Angst vor Bombardierungen. Dazu findet sich auch ein Brief der „um ihre Kinder besorgten Mütter von Brieselang“ in der Akte.

Trotzdem errichtete man das Barackenlager. Bis Ende Februar 1945 waren die Unterkünfte jedoch immer noch unbewohnt, so dass auch die Wehrmacht Interesse für die Unterbringung von Waffen und Geräten hatte. Die Deutsche Reichsbahn konnte dies jedoch erfolgreich verhindern.

Überliefert ist das vor allem die Firma Siemens & Halske Fremd- und Zwangsarbeiter in Brieselang untergebracht hatte. Diese waren jedoch in den im Ort befindlichen Gaststätten einquartiert. Ob jemals wirklich Arbeiter in die Baracken eingezogen sind, ist aus der im Gemeindearchiv vorliegenden Akte nicht ersichtlich.

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