Infos satt für Landrat und Bürgermeister

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Er kam, sah und informierte sich: Roger Lewandowski, Landrat des Landkreises Havelland, hat sich am Dienstag (6. Oktober) nicht nur über den Fortgang der Planungen zum Bau einer Gesamtschule in Brieselang erkundigt, sondern auch die besonderen Aktivitäten von sozialen Einrichtungen wie Tafel und Jugendclub genauer unter die Lupe genommen. Zudem suchte er gemeinsam mit Bürgermeister Ralf Heimann und weiteren Spitzenvertretern der Verwaltung das Gespräch mit Gemeindewehrführer Marco Robitzsch und Bauamtsleiter Uwe Gramsch, um sich über den Bau des Feuerwehrgerätehauses in Bredow zu informieren. Auch die Entwicklungen der Unternehmen Saint Gobain Rigips und Saint Gobain Weber GmbH stießen rege auf sein Interesse.

Als „erfreulich und besonders wichtig“ bezeichnete Lewandowski etwa die Anstrengungen der rund 20 Helferinnen und Helfer, die sich mittlerweile neben Einrichtungsleiterin Kathrin Ernst zahlreich ehrenamtlich für Bedürftige in Brieselang einsetzen. Letztere erhalten von der Tafel Lebensmittel und Bekleidung, die nach erfolgten Spenden von Supermärkten in Brieselang oder durch Privatpersonen ausgegeben werden können. „Das Engagement ist nicht hoch genug zu bewerten“, sagte er. Dass es in Corona-Zeiten für die Nauener Tafel in Brieselang zuletzt wegen sinkender Spendenbereitschaft schwierig gewesen sei und auch sonst wegen wirtschaftlicher Zwänge die Schließung gedroht hatte, ist mittlerweile nicht mehr ganz so dramatisch, aber dennoch sollte niemand denken, es gibt stets genügend Spender.

Sollte sich übrigens die Gemeindevertretung positiv für die Übernahme der Betriebskosten durch die Verwaltung einsetzen, sei das nicht nur für Bürgermeister Heimann, sondern auch für Lewandowski ein „positives Signal“. Maximal bis zu 4.000 Euro jährliche Kosten würden dann anfallen. Die Tafel will übrigens künftig einen Fahrdienst anbieten, um diejenigen, die sich aus Schamgefühl nicht trauen den Weg zur Einrichtung zu finden, versorgen zu können - Stichwort hohe Dunkelziffer. Das soll mit Privatautos erfolgen. Infos dazu gibt es via Telefon unter 033232/230 185. Übrigens: Privathaushalte können nicht nur Kleidung, sondern auch Lebensmittel spenden, wie Kathrin Ernst bestätigte.

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Auch beim Besuch des Jugendclubs „Millennium“ in Brieselang, Träger ist der Humanistische Freidenkerbund, konnte sich der Landrat während der Gespräche von der wichtigen Arbeit der Sozialarbeiter überzeugen, die insbesondere während der Hochphase der Corona-Krise durch Streetwork und weitere Online-Aktivitäten in den sozialen Medien den Kontakt zu den Jugendlichen gehalten haben. „Mittlerweile“, so Humanist Dr. Volker Mueller „steigen die Besucherzahlen“ im Club wieder. Bibiane Jung, die Sozialarbeiterin an der Hans-Klakow-Oberschule ist, will demnächst noch Veranstaltungen zu den Themen Mobbing und Drogenprävention initiieren, um auch auf diesen Gebieten nicht zuletzt die Eltern zu sensibilisieren.

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Bei der Rundreise durch die Gemeinde durfte natürlich ein Besuch bei Wirtschaftsunternehmen nicht fehlen.  Sowohl der Bürgermeister als auch der Landrat legen schließlich besonderes Augenmerk darauf, wie sie übereinstimmend betonen. Die Entwicklungen bei der Saint Gobain Rigips GmbH, die sich wegen des Kohleausstiegs neu ausrichten und damit neue Rohstoffquellen erschließen (Natur- oder Recyclinggips) sowie in der Folge gravierende Investitionsentscheidungen treffen muss, und der Saint Gobain Weber GmbH, die trotz der Corona-Krise ihre Umsatzzahlen durch den Deutschland-Markt halten konnte, erläuterten Rigips-Werksleiter Peter Kaufmann-Bühler und Matthias Zenner, Saint-Gobain-Jurist. Daneben wurden zumindest im Ansatz die Auswirkungen des unwirksamen B-Plans GVZ Brieselang erörtert. Vertiefende Gespräche sollen demnächst folgen, darauf haben sich sowohl die Verwaltung als auch das Unternehmen Rigips verständigt, nachdem es zuletzt leichte Kommunikationsprobleme gegeben hatte. Wichtig für Saint-Gobain: „Wir brauchen Rechtssicherheit, um Planungssicherheit zu haben“, so Zenner.

Dass die Feuerwehrinfrastruktur in Brieselang, nun auch speziell in Bredow mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses aufgewertet wird, hat der Landrat zudem während eines Vor-Ort-Termins an der Baustelle durchweg positiv bewertet und als Notwendigkeit angesehen, schließlich ist auch im Gefahrenabwehrbedarfsplan die Maßnahme als zwingend angeraten identifiziert worden. Gemeindewehrführer Marco Robitzsch hatte dem Landrat zuvor noch die aktuellen Entwicklungen in der Feuerwehr im Hinblick auf technische und personelle Ausstattung, weitere Bedarfe, räumliche Probleme, sowie die Auswirkungen des Schulneubaus und die Konsequenzen der Corona-Problematik für die Feuerwehr erläutert.

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