Brieselanger Pfadfinder überaus beliebt – Lange Warteliste wegen fehlender Betreuer

Graue Schar Foto privat

Etabliert und beliebt: Der vor etwas mehr als einem Jahr gegründete Brieselanger Pfadfinderstamm „Graue Schar“ erfreut sich größter Beliebtheit. Mehr als 30 Kinder lernen seither das Leben in der Gemeinschaft, mit dem Ziel, Verantwortung zu übernehmen genauso kennen und schätzen wie die Naturverbundenheit. Die Schulung von Hilfsbereitschaft zählt weiterhin dazu. Freundschaften wurden zudem geknüpft. Da das Interesse von Kindern weiterhin groß ist eine Mitgliedschaft zu erwerben, steht der Pfadfinderstamm allerdings momentan vor einem Dilemma. Denn: Die Warteliste ist lang, aber die Zuwachswünsche können derzeit nicht erfüllt werden, „da es zu wenig Betreuer gibt“. Deshalb musste jüngst sogar ein „Aufnahmestopp“ verhängt werden, wie Juliane Krämer, Vorsitzende und Sprecherin der Brieselanger Pfadfinder, jüngst im Bildungs- und Sozialausschuss mitteilte.

„Wir wachsen gerade. Wir haben allerdings unsere Kapazitätsgrenzen erreicht. Natürlich würden wir sehr gerne weitere Kinder aufnehmen, doch ist das im Augenblick wegen fehlender Betreuer nicht möglich. Wir wollen den Kindern schließlich etwas beibringen“, sagte sie. Die Gruppen des Pfadfinderstammes sollen mittelfristig allerdings von Jugendlichen, die eine Jugendleitercard erwerben müssen, selbst aktiv übernommen werden. Noch werden sie angeleitet, da die Erfahrung und das entsprechende Alter noch fehlen. Die neun ehrenamtlich aktiven Eltern, die die Kinder derzeit begleiten, wollen sich aber in rund fünf Jahren herausziehen und dann das Zepter sozusagen weitergeben und im Hintergrund Hilfestellung leisten.

Der Stamm „Graue Schar“, der Begriff stammt aus der Saga „Herr der Ringe“ des Autors J.R.R. Tolkien, ist übrigens unterteilt in zwei Gruppen. Der „Meute Wölflinge“ gehören die jüngsten Kinder, 25 an der Zahl, im Alter zwischen sechs und zehn Jahren an. Zwölf Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren sind der „Sippe“ zugeordnet. „Beide Stammesgruppen sind viel in der Natur unterwegs. Sie sollen zu selbständigen Menschen erzogen werden und damit für die und mit der Gesellschaft agieren“, wie Krämer das Konzept umreißt. Es handelt sich prinzipiell um klassische Kinder- und Jugendarbeit bei der auch das Vermitteln von Werten eine Rolle spielt. Die Treffen und Stammesversammlungen finden übrigens einmal pro Woche auf dem Gelände der evangelischen Kirche statt. Die „Graue Schar“ ist auch Mitglied im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, der als Verband überkonfessionell und unpolitisch tätig ist. Das gilt entsprechend für die Brieselanger Ortsgruppe, die Kontakt zu anderen Pfadfinderstämmen unterhält. Auch ein Zeltlager fand bereits statt.

Die Pfadfinderbewegung stammt aus England und wurde von Robert Baden-Powell 1907 gegründet, ehe sie weltweit Beachtung und Bedeutung fand. Zur Tradition zählt auch dazu, dass jeder Stamm ein eigenes Abzeichen hat. Noch fehlt es. Das wird sich aber bald ändern, ist sich nicht nur Krämer sicher. „Wir fühlen uns mit der Gemeinde Brieselang, mit der wir uns identifizieren, sehr verbunden. Deshalb läuft derzeit die Anfrage, das Wappen der Gemeinde in abgewandelter Form nutzen zu können.“ Ein erster Entwurf wurde bereits vorgestellt. Dieser muss allerdings noch etwas abgewandelt werden, um eine Verwechslungsgefahr mit dem Hoheitszeichen zu vermeiden. Verwaltungschef Ralf Heimann ist sich aber sicher, dass eine Lösung gefunden wird. „Sobald die finalen Details geklärt sind, können Abzeichen und Fahnen erstellt werden. Ich finde es wunderbar, wie sich die Pfadfinderkinder mit der Gemeinde identifizieren.“

Infos/Kontakt: www.pfadfinden-brieselang.de