Passfotos im Bürgerbüro? Noch ist das nicht möglich, Gesetzentwurf liegt aber vor

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Der Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums liegt vor: Wer einen neuen Reisepass oder Personalausweis beantragen möchte, der könnte, sofern das Gesetz unter anderem nach Beteiligung der Länder auch vom Bundestag verabschiedet wird, künftig die Passfotos in der Meldebehörde in Gegenwart einer Mitarbeiterin aufnehmen und elektronisch erfassen lassen. Die technischen Voraussetzungen dafür müssten im Bürgerbüro der Verwaltung der Gemeinde Brieselang allerdings erst noch geschaffen werden. Die Initiative des Bundesinnenministeriums beruht etwa darauf, Ausweise fälschungssicherer zu machen und damit zugleich Manipulationen zu erschweren.

Der Fernsehsender RBB hat das Thema am Freitag (10. Januar) in einem Beitrag für Brandenburg aktuell aufgegriffen und in diesem Zusammenhang auch im Brieselanger Rathaus Menschen befragt, was sie von der neuen Möglichkeit halten, die Passfotos direkt im Bürgerbüro aufnehmen zu lassen. Der Tenor: das wäre wünschenswert. Zu Wort kam auch Désireé Lehmann, Sachbearbeiterin im Bürgerbüro. Sie hält persönlich viel davon, zumal es bereits mehrfach Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern gegeben hatte, ob das schon jetzt machbar sei. „Es hat auf jeden Fall Vorteile. Wenn Menschen zu uns kommen, haben sie oft nicht die richtigen oder gar keine Passfotos dabei“, sagte sie.

Mit Blick auf Arbeitsabläufe sehen die Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro auch keine gravierenden Einschnitte. Die Bearbeitungszeit wird sich nur unwesentlich verändern, da die Arbeitsschritte automatisiert sind. „Ich denke, es ist ein bürgerfreundlicher Akt, der die Belastungen für die Mitarbeiterinnen in Grenzen halten wird“, sagte Bürgermeister Ralf Heimann im Nachgang des  Berichts.

Der Vorteil für die Bürger liegt jedenfalls auf der Hand: Sie ersparen sich künftig den Weg zum Fotografen. Das Passfoto selbst wird sicherlich auch günstiger sein. Dazu müssen die Rahmenbedingungen allerdings noch deutlich stärker bekannt sein – auch vor dem Hintergrund der Anschaffung von technischem Equipment. Aber: „Dennoch sollte nicht verschweigen werden, dass die geplante Neuerung natürlich auch Auswirkungen auf umliegende Fotostudios haben könnte, da bedauerlicherweise womöglich eine bislang sichere Einnahmequelle wegfallen wird“, wie Ralf-Peter Hennig, Fachbereichsleiter Zentralverwaltung, abseits des Fernsehberichtes anmerkte.

Infos: www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/20200110_1930/aus-fuer-fotolaeden.html