Gesamtschulneubau: Vertrag unter Dach und Fach

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Tinte trocken, Mitfinanzierung vertraglich geregelt: Brieselangs Gemeindevertreter und der Kreistag hatten den Weg per Beschlussfassung bereits geebnet, nun ist der öffentlich-rechtliche Vertrag zwischen dem Landkreis Havelland und der Gemeinde Brieselang zur Realisierung des Projektes „Neubau Gesamtschule Brieselang“ unterzeichnet worden. Ein weiter Meilenstein zur Aufwertung der Bildungsinfrastruktur für beide Partner ist damit erreicht.

Noch stehen zwar die Bagger still, doch werden die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für den Bau einer Gesamtschule, nachdem zuletzt das Bildungsministerium des Landes Brandenburg bereits die Umwandlung der Hans-Klakow-Oberschule genehmigt hatte, immer konkreter. Während der Vertragsunterzeichnung am Dienstag im Brieselanger Rathaus zeigten sich sowohl Landrat Roger Lewandowski, die Erste Beigeordnete Elke Nermerich und Bürgermeister Wilhelm Garn gut gelaunt und genauso zufrieden wie Thomas Lessing, Fachbereichsleiter Soziales, der am späten Nachmittag seine Unterschrift leistete.

„Es ist bereits das dritte Projekt zwischen Städten oder Gemeinden und dem Landkreis Havelland, um die Schulstandorte gemeinsam weiterzuentwickeln. Das ist uns in Nauen und Falkensee gelungen, jetzt wollen wir auch in Brieselang den Bildungsstandort aufwerten“, betonte Landrat Lewandowski. „In Summe ist es eine Win-Win-Situation, ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir können in Zukunft somit im Interesse der kommenden Schüler, die jetzt bereits aufwachsen, wohnortnah entsprechend positive Bildungsangebote vorhalten. Brieselang ist eine Wachstumsgemeinde mit einem enormen Standortvorteil“, sagte er weiter.

Mit Blick auf den Zeitplan, die Gemeinde Brieselang gewährleistet mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 die Änderung der Schulform sowie die durchgängige Vierzügigkeit der Sekundarstufe I und spätestens ab 2025/2026 die Sekundarstufe II, soll es nach der laufenden Ausschreibung zur Findung eines Planers vor dem Hintergrund der baulichen Voraussetzungen ans Eingemachte gehen. „Es ist ein strammer Zeitplan, der allerdings machbar ist. Unwägbarkeiten sind natürlich bei Bauangelegenheiten nicht gänzlich ausgeschlossen, doch ich bin optimistisch, dass wir den Zeitplan einhalten werden“, so der Bürgermeister. „Wir wollen und müssen optimistisch sein, das klappt“, pflichtete ihm der Landrat bei.  

Dass es in der Brieselanger Gemeindevertretung mit Blick auf die Finanzierung trotz des einstimmigen Votums kritische Anmerkungen gegeben hatte und teils von schöngerechneten Zahlen die Rede war, wollten weder Elke Nermerich noch Wilhelm Garn gelten lassen. „Der Bedarf für den Bau einer Gesamtschule in Brieselang wurde effektiv nachgewiesen. Es wäre mit Blick auf den Zeitplan fatal gewesen, wenn die Entscheidung in der Gemeindevertretung vertagt worden wäre“, so die Erste Beigeordnete des Landkreise Havelland. „Die Planer haben von uns unbeeinflusst, die vorliegenden Zahlen errechnet. Schöngerechnet wurde rein gar nichts“, stellte der Bürgermeister wie schon in der Gemeindevertretung nun erneut klar. Gemäß der Finanzplanung soll das Baugroßprojekt rund 25 Millionen Euro kosten, der Landkreis wird etwa sechs Millionen Euro beisteuern.

Etwas verärgert zeigte sich der Bürgermeister mit Blick auf das Land Brandenburg, das sich seiner Meinung nach aus der Verantwortung stiehlt. „Es ist ein Trauerspiel, dass sich das Land beim Bau von Schulen überhaupt nicht mehr beteiligt – das muss ich deutlich kritisieren. Wir werden aber nicht locker lassen und um Unterstützung werben.“