FFH-Gebiet „Brieselang und Bredower Forst“ rückt stärker in den Fokus

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Schützenswerte Tierarten, seltene Pflanzen: Im Auftrag der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat das Planungsbüro „YGGDRASIL Diemer“ den aktuellen Stand der Managementplanung für das FFH-Gebiet „Brieselang und Bredower Forst“ am Dienstagnachmittag im Sitzungssaal des Bürgerhauses den zahlreich anwesenden Experten vorgestellt. Mit Wilhelm Garn, Bürgermeister der Gemeinde Brieselang, und Thomas Zylla, Beigeordneter und Baudezernent der Stadt Falkensee, waren auch Vertreter der betroffenen Kommunen mit Diskussionsfreude vor Ort.

Die heimischen Wälder und Wiesen haben jede Menge zu bieten, soviel ist klar. Die besonderen Gebiete der Flora und Fauna sind nun nicht nur kartiert, sondern auch kategorisiert und klassifiziert worden. Bereits vor zwei Jahren wurde mit der Erfassung der Daten mit unter anderem mit Blick auf die Vegetation begonnen. Überprüft wurden zahlreiche Lebensraumtypen und gesetzlich geschützte Biotope. Wälder und Forsten spielen in der Gemeinde als Lebensraumklasse die erste Geige. „Das Brieselanger Gebiet wird eindeutig vom Wald dominiert“, sagte Planerin Susanne Diemer. An der Spitze stehen die Eichenwälder in diesem Zusammenhang.

Die Lebensraumtypen lassen sich darüber hinaus weiter besonders klassifizieren. Pfeifengraswiese in der Umgebung des Nymphensees oder sogenannte magere Flachland-Mähwiesen konnten ebenfalls identifiziert werden. Das Arteninventar wurde im Detail analysiert, so dass der Artenreichtum auch von weiteren seltenen Pflanzen festgestellt werden konnte. Die Sumpf-Engelwurz etwa konnte an der Wiese am Nymphensee und an der Wiese „Kleine faule Lake“ nachgewiesen werden. Die Pflanze wächst zumeist dort, wo nasse Bodenbedingungen vorherrschen. Zudem sind auch das vorblattlose Leinblatt, der Lungenenzian, die Wiesen-Schwertlilie oder beispielsweise der Teufelsabiss hierzulande bedeutsam.

Weiterhin sind in den neu kartierten und damit abgegrenzten Habitaten, vielerorts sind weiter Potenziale vorhanden, auch seltene Tierarten entdeckt worden, darunter der Kammmolch, die bei Bauprojekten immer wieder entdeckte und bekannte Zauneidechse, die bauchige Windelschnecke sowie Fledermausarten. Das Insektenreich wartet zahlreichen Schmetterlingsarten auf, die ebenfalls nachgewiesen wurden.

Der Naturschutzfachplan wird künftig mit resultierenden Maßnahmen unterfüttert. Erste zahlreiche Umsetzungsideen wurden am Dienstag bereits bekannt und öffentlich diskutiert. „Obgleich die Vorschläge, die frühestens Mitte des kommenden Jahres final vorgestellt werden, keine bindenden Wirkungen haben werden, wird sich der Druck, mehr für den Naturschutz zu tun, auch für die Verwaltung der Gemeinde Brieselang erhöhen“, ist sich Garn sicher. Für die Naturschutzbehörden ist das Gutachten als verbindlicher Fachplan allerdings definitiv verbindlich.