Jugendliche engagieren sich mit Überzeugung politisch

Jugend entscheidet

Erfolgreiche Veranstaltung: Am vergangenen Samstag (5. Juni) fand in der Sporthalle der ZeeBr@-Grundschule der Themenworkshop mit Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren im Rahmen des Projekts „Jugend entscheidet“ statt. 366 Jugendliche in dieser Altersspanne wurden mit einem persönlichen Anschreiben von Bürgermeister Ralf Heimann eingeladen. Teilgenommen haben erfreulicherweise 38 Jugendliche, die sich alle vor Einlass getestet haben.

Nach der Begrüßung durch den Verwaltungschef konnte es direkt losgehen und die Teilnehmenden wurden in drei Fraktionen aufgeteilt. In den Fraktionssitzungen erarbeiteten die Jugendlichen mit Unterstützung des Vereins Politik zum Anfassen e.V. für sie wichtige Themen und Wünsche für die Gemeinde Brieselang. Aus diesen wurden konkrete Beschlussvorlagen für eine fiktive Sitzung der Gemeindevertretung erarbeitet. Die drei Fraktionen mit den Namen „Erdnussbutter“, „Peppermint-People“ und die „Fraktion ohne Namen“ setzen vielfältige Themen auf die Agenda.

So brachte etwa die Fraktion „Erdnussbutter“ eine Beschlussvorlage ein, mit dem Ziel, durch Zustimmung der Gemeindevertretung einen Skaterpark zu bauen. Der Grund hierfür lag für die Jugendlichen eindeutig auf der Hand: Sie müssen ständig nach Falkensee oder Berlin fahren, nur um Roller oder Inliner zu fahren. Sie wollen einen Ort für Jugendliche, an denen sie sich treffen und skaten können.

Die „Fraktion ohne Namen“ brachte ein, dass mehr Mülleimer mit angehängtem Behälter, von denen man Hundetüten abreißen kann, aufgestellt werden sollen. Dieser Vorschlag soll der Verunreinigung der Gemeinde entgegenwirken.  Die Fraktion der „Peppermint-People“ wiederum setzte sich mit ihrem Beschlussvorschlag dafür ein, dass auf einer ruhigen Wiese Platz für ein Freiluftkino beziehungsweise für einen Weihnachtsmarkt geschaffen werden sollte, um einen Platz für Alt und Jung zu bieten. Weitere eingebrachte Themen waren etwa die Ausstattung in den Schulen, die verbessert werden sollte, zum Beispiel durch die kostenfreie Zurverfügungstellung von Menstruationsprodukten oder die Einrichtung von genderneutralen Toiletten. Und: Alle drei Fraktionen widmeten sich dem Thema Sportplätze in der Gemeinde und forderten mehr Platz für sportliche Aktivitäten.

Insgesamt konnte jede Fraktion fünf Anträge einbringen, sodass in der fiktiven Gemeindevertretersitzung 15 Anträge diskutiert und abgestimmt wurden. Die Sitzung wurde geleitet vom Bürgermeister. Er konnte auf manche Forderung und Idee eine direkte Rückmeldung geben und sicherte den Jugendlichen bereits an dieser Stelle die Umsetzung einiger Ideen zu.

Der Themenworkshop diente dazu, dass Jugendliche die Themen einbringen können, die ihnen in der Gemeinde wichtig sind.  Mit Hilfe des Planspiels lernten sie aber auch die Grundzüge von demokratischen Entscheidungsprozessen. Die Themen sind gesetzt für den weiteren Prozess und diese werden im weiteren Verlauf noch weiter herausgearbeitet mit den Jugendlichen und dem kommunalen Team. Ziel ist ein konkreter Beschluss für die Gemeindevertretung.

„Dieser Themenworkshop ist ein eindeutiges Zeichen an Gemeindeverwaltung und Gemeindevertretung, dass Jugendliche sich in ihrer Gemeinde Brieselang einbringen und beteiligen wollen. Und sie haben ein Recht darauf! Ich habe es schon oft gesagt, aber ich werde immer wieder betonen, dass Jugendliche bei allen sie berührenden Angelegenheiten in unserer Gemeinde zu beteiligen sind! Dieses Projekt ist nur der Auftakt. Es gilt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen dauerhaft und ernsthaft in unserer Gemeinde zu verankern. Dazu wird auch gehören, personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen“, forderte die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Brieselang, Kathrin Neumann.

Brieselangs Bürgermeister Ralf Heimann wiederum betonte: „Es hat mich überrascht mit welcher Hingabe sich die Jugendlichen eingebracht und auch den offenen Dialog gesucht haben. Sie waren sehr aktiv und haben ihre Interessen, Ideen und Vorschläge erörtert, verteidigt und eingebracht. Sie haben mit einer Lockerheit intensiv diskutiert und sich dennoch nachhaltig für ihre Interessen und Wünsche eingesetzt – ohne dabei Probleme auszublenden. Ich bin schwer angetan, wie sich die Jugendlichen im Rahmen der Veranstaltung engagiert haben. Das ist auch der Hertie-Stiftung als auch dem Verein Politik zum Anfassen absolut positiv aufgefallen. Die Veranstaltung kann als absoluter Erfolg gewertet werden.“

Thomas Lessing, Fachbereichsleiter für Soziales, sagte: „Es hat sich gelohnt. Die Jugendlichen waren sehr motiviert und aufgeschlossen. Insbesondere die interessante und kontrovers geführte Diskussion während der simulierten Gemeindevertretersitzung hat sich als beeindruckend erwiesen. Ich sehe einen guten Anfang für die weitere Einbindung der Jugendlichen.“

Begleitet wird das Projekt „Jugend entscheidet“ von dem Prozessbegleiter für kommunale Jugendbeteiligung, Steffen Adam, und dem kommunalen Team, das aus Akteuren der Gemeindeverwaltung, Gemeindevertretung, Jugendarbeit sowie der Gleichstellungsbeauftragten besteht. Fragen, Ideen und Wünsche können gern per Mail an jugend-entscheidet@gemeindebrieselang.de gesendet werden. Um aktuell auf dem Laufenden zu bleiben, gibt es aktuelle Infos auf den Instagram-Accounts des Jugendclubs – jugendclubbrieselang oder der Gleichstellungsbeauftragten – gleichstellung_brieselang.