Zeestow

Die Geschichte Zeestows 

Das Dorf fand als "Zcesto"1346 erstmals schriftliche Erwähnung.

Steinbeile und Hämmer, Speerspitzen und Tonscherben, Halsschmuck aus Bronze und Spinnwirteln sind Schätze, die in der Zeestower Feldmark gefunden wurden. Diese prähistorischen Funde der sogenannten Hallstätter Zeit bezeugen, dass es schon 600 bis 400 vor Christi slawische Ansiedelungen in dieser Gegend gegeben haben muss. Wendischen Ursprungs ist vermutlich ein Burgwall in den Wiesen und der Name des Dorfes, welchen Historiker vom slawischen  Wort cesta – Straße – ableiten, da über Zeestow eine uralte Straße geführt habe. Nach den Aufzeichnungen im Schlossregister von 1450 befand sich Zeestow im Besitz der Familie Broske (Brösigke). Im Jahre 1840 verzeichneten das Dorf Zeestow und zwei Rittergüter nebst 23 Wohnhäusern, insgesamt 268 Einwohner.

Durch ein verheerendes Feuer im Sommer 1847 wurde ein großer Teil der Gemeinde zerstört. Der Brand brach Nachmittags aus, als bereits die gesamte Ernte eingebracht war. Zwei Tage lang loderten die Flammen aus Rohrdächern und Dunghaufen an den Tagelöhnerhäusern, auf Gütern und Gehöften. Auch das Jägerhaus, die Schule und die Kirche waren nicht mehr zu retten. Jedoch ein Jahr später, waren viele Gebäude bereits wieder neu errichtet. Die Kirche wurde neu erbaut und öffnete 1850 den Gläubigen die Pforten und gehört heute noch zu den vorhandenen Baudenkmälern.

Die Königliche Preußische Feuerordnung in den Städten, anno 1719, sollte den freiwilligen Feuerwehren als Muster dienen.

Es sind leider keine Details aus der Zeit des 30jährigen Krieges oder der Napoleonischen Herrschaft überliefert. Wegen dieses gewaltigen Einschnittes in die Entwicklung des Dorfes sind die ältesten baulichen Zeugnisse aus der Vergangenheit nicht älter als annähernd 150 Jahre alt. Heute gehört schon viel Fantasie dazu, sich das frühere Leben in diesem Dorf vorzustellen. Die einstmals stolze Windmühle, um 1742 von dem Wustermarker Müller Schüler errichtet und einige Male den Besitzer wechselnd, ist längst nicht mehr vorhanden.

Wer heute nach Zeestow kommt, dem fällt am südlichen Ortseingang der dominierende massive Speicher mit dem benachbarten ebenso im traditionellen Fachwerkstil errichteten zweigeschossigen Wirtschaftsgebäude ins Auge. Zu den Blickpunkten gehört die wie der Speicher in den 20er Jahren errichtete Brennerei. Beide Gebäude sollten als denkmalwürdig erhalten bleiben und wurden zum Teil bereits für eine neue Nutzung saniert. Zu den ortsbildprägenden Gebäuden gehören in der Dorfmitte neben der Kirche das ehemalige Pfarrhaus sowie das in den vergangenen Jahrzehnten als Gaststätte und Kulturhaus der Gemeinde genutzte frühere Gutshaus.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Zeestow zwischen 1945 und 1949 rund 385 Hektar enteignet, 292 ha davon auf 94 neue Eigentümer aufgeteilt. Der Boden ging an 24 landlose Bauern und Landarbeiter, 21 Umsiedler, 48 Kleinpächter und einen Nichtlandwirtschaftler, wie die Ortschronik beschreibt. Neubauernhäuser entstanden vor allem am Neuen Weg, am Wernitzer Weg und Brieselanger Straße, womit sich der Ort in westlicher Richtung ausdehnte und sich ein überschaubares Kleinsiedlungsgebiet bildete.

1992 entstand das Amt Brieselang, womit Zeestow zusammen mit Bredow und Brieselang unter einer gemeinsamen Verwaltung stand. Zeestow wurde dann im Herbst 2003 durch die Gebietsreform nach Brieselang als Ortsteil eingegliedert. 

Mehr Informationen - Link: www.zeestow.de