Gemeinsam für starke Wirtschaft und zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur im Osthavelland
Brieselang/Bredow. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinde Brieselang, der Stadt Nauen, der Gemeinde Wustermark und der Stadt Ketzin/Havel haben entsprechend der Beschlüsse der jeweiligen Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen heute im Ortsteil Bredow der Gemeinde Brieseland einen ‚Letter of Intent‘ zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines abgestimmten Verkehrskonzeptes im Osthavelland unterzeichnet. Auch Herr Roger Lewandowski, Landrat des Landkreises Havelland, nahm an der Unterzeichnung der Zusammenarbeitserklärung im Feuerwehrhaus des Ortes Bredow teil.
Die dynamische Wirtschaftsentwicklung in der Region und die damit einhergehenden verkehrlichen Herausforderungen erfordern einen gemeinsam koordinierten Lösungsansatz. Während die Wirtschaft nicht zuletzt aufgrund der GVZ-Weiterentwicklungen in Wustermark Nord und in Brieselang z.B. mit der Neuansiedlung des EDEKA-Logistikstandortes und weiteren geplanten Unternehmensansiedlungen anhaltend prosperiert, leiden einzelne Ortschaften bereits jetzt unter überlasteten Ortsdurchfahrten und stark beanspruchten Straßen. So erfreulich die entstandenen und die entstehenden Arbeitsplätze und Steuereinnahmen für die Region sind: Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung darf nicht zu einem Lebensqualitätsverlust der Anwohnenden führen.
Mit dem Bekenntnis zu einer gemeinsamen Verkehrsentwicklungsstrategie und deren Umsetzung agieren Brieselang, Nauen, Wustermark und Ketzin/Havel nun gemeinschaftlich an der Erarbeitung einer Lösung verkehrlich komplexer Problemlagen, die sich auf den Wirtschaftsraum zwischen dem Gewerbestandort Etzin und der A 10-Anschlussstelle Falkensee über Gebiete aller vier genannten Städte und Gemeinden erstrecken. Ziele der interkommunalen Zusammenarbeit sind, eine leistungsstarke Anbindung der Gewerbestandorte für den Wirtschaftsverkehr bei gleichzeitiger Entlastung von Ortsdurchfahrten zu erreichen. Entscheidend sind dabei der interkommunale Ansatz und dass Bürgerinnen und Bürger sowie die ansässigen Unternehmen von Beginn an in den Prozess eingebunden werden.
Die Interkommunale Zusammenarbeit zur Lösung verkehrlicher Themen wird ausdrücklich seitens der Wirtschaftsunternehmen BSH Haushaltsgeräte Service Nauen, EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH, FIEGE Logistik Stiftung & Co. KG und GARBE Industrial GmbH & Co. KG in Brieselang und Hermes Germany GmbH (Logistic Center Ketzin) unterstützt. Als erste konkrete Maßnahme wurde gemeinschaftlich die IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH (IPG mbH) mit der Erstellung des interkommunalen Verkehrskonzeptes beauftragt. Das Konzept bezieht derzeitige und zu erwartende Verkehrsaufkommen unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungsplanungen ein und enthält einen Maßnahmenkatalog einschließlich Kostenschätzung und Finanzierungsoptionen, um verkehrliche Engpässe und Nutzungskonflikte unter anderem durch Umfahrungen der Orte Bredow und Wernitz zu beseitigen und Verbesserungen von Anschlussstellen an das Bundesfernstraßennetz zu lösen.
Aus Brieselang gibt es noch nachfolgende Zitate von Bürgermeisterin Kathrin Neumann-Riedel.
„Für Brieselang und insbesondere für Bredow ist der Letter of Intent ein wichtiger Schritt. Wir wollen wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und den Standort stärken. Zugleich ist für uns klar: Das darf nicht zulasten der Menschen in den Ortslagen gehen. Deshalb müssen wir Verkehr neu denken – und zwar nicht nur innerhalb einer Gemeinde, sondern gemeinsam im östlichen Havelland.
Bredow ist seit Jahren stark durch Verkehr belastet. Wer hier an der Straße steht, sieht und hört sofort, worum es geht. Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit den Nachbarkommunen, dem Landkreis und der Wirtschaft gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.
Die geplanten Gewerbeentwicklungen betreffen nicht nur Brieselang. Auch Wustermark, Nauen und Ketzin/Havel stehen vor ähnlichen Fragen. Gewerbeverkehre enden nicht an Gemeindegrenzen. Deshalb ist diese interkommunale Zusammenarbeit der richtige Weg.
Ich freue mich, dass wir in vergleichsweise kurzer Zeit so weit gekommen sind. Die politischen Gremien haben den Weg für die Unterzeichnung freigemacht. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Wir müssen aus dem gemeinsamen Willen konkrete Planungsschritte entwickeln.“