Ein Sumpfwald und zwei florierende Dörfer

Brieselang findet erstmals 1315 Erwähnung, als Markgraf Waldemar der Stadt Nauen das Holzungsrecht für ein Gebiet „zwischen dem Brieselang und dem Zootzen gelegenen Lüchern“ an Nauen verschenkt und dies beurkundet. "Der Briesenlangk" war damals ein urwaldähnliches Gebiet mitten im Berliner Urstromtal. Nur wenige Wege durchschnitten dieses Gebiet, welches hauptsächlich forstlichen Charakter hatte.

Während der Briesenlangk lange Sumpfland blieb, florierte in den höher gelegenen Orten Bredow (erste Erwähnung 1208) und Zeestow (1346) bereits das Leben und die Wirtschaft. Zeestow verdankt seinen Namen einer der wenigen befestigten Straßen, die durch das Gebiet führten (slawisch cesta für Straße).

Auf Veranlassung des preußischen Herrscherhauses wurde das Luch einer umfangreichen Entwässerung unterzogen. Mit dem Bau des Hauptkanals von Hohennauen bis zum damaligen Mühlenwasser (Nähe Alt-Brieselang)  wurde der Grundstein für eine Besiedelung der Region gelegt. Bis dahin, zu bestimmten Zeiten vollständig durchnässt, war eine Durchquerung nur auf den höchsten Punkten des Gebietes möglich. Dort bildeten sich die wenigen Hauptwege heraus, die zu späteren, heute teilweise noch vorhandenen Straßen ausgebaut wurden. Auf Karten mit einem Höhenrelief kann dies noch jetzt leicht nachvollzogen werden. Dieser Kanalbau, begonnen 1718 und vollendet mit der Verbindung von Alt-Brieselang bis Nieder- Neuendorf (1724), bildete auch die Grundlage für die dann folgende gezielte Bewirtschaftung des Luches, welche mit der königlichen Meierei in den Ahrendhorsten (heute Königshorst) begann.

"Im Brieselang" erfolgte die erste Besiedlung durch Forstarbeiter, zu denen auch der sogenannte "Erste Siedler" zählte, in Alt-Brieselang sowie am Teerofen in Alt-Finkenkrug. 1775 wird Brieselang als Forsthaus und Teerofen benannt. 1821 wird die kleine Siedlung in Alt- Brieselang als königliche Holländerei und Forsthaus, damals zum Kirchenspiel Pausin gehörig mit 15 Seelen angegeben. 1832 wird das Remotedepot Bärenklau eingerichtet, zu dem auch die Station Brieselang an diesem Ort gehört.

Als mit dem 1.Weltkrieg (1914-18) insbesondere in Ballungsgebieten und Großstädten die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gesichert werden konnte, die Lebensmittel waren rationiert, es herrschte Inflation, wurde mit dem Reichssiedlungsgesetz (RSiedlG v. 11.08.1919) die Grundlage für eine gezielte Besiedelung von Ödland vorangetrieben. Hauptziel war die Stärkung der Eigenversorgung. Zu diesem Zweck wurde auch der Landverkauf aus Domänenbesitz angeordnet. Unser heutiges Gebiet gehörte zu jener Zeit zur Domäne Dahlem. Bereits im Vorfeld dieser Gesetzgebung hatten sich Berliner auf den Weg ins Umland gemacht, um dem Hunger Ihrer Familien in Berlin und anderen Städten zu entgehen. Auf Vorschlag des SPD- Abgeordneten Paul Mewes beschloss der Kreistag Osthavelland am 27. November 1919, in Brieselang eine Kreissiedlung zu bilden.

In Brieselang gab es zu jener Zeit noch keine Bahnstation. So wurde der Ort aus Richtung Finkenkrug buchstäblich erobert. Auch deshalb, da hier das Land günstiger zu haben war. Im Jahre 1920 entstanden erste Siedlungsgesellschaften, die mit Ihrem Sitz in Berlin den Landverkauf im Umland Berlins gezielt umsetzten. Diese Gesellschaften übernahmen für Landflächen auf der Basis entsprechender Planungen die Parzellierung und den Verkauf. Erste Siedlungspläne sind aus dem Jahr 1920 bekannt.

Theodor Fontane:

Wanderungen durch die Mark Brandenburg

(1862-1889)

> Der Brieselang

Eine der ältesten Waldpartien des Havellandes ist der Brieselang, anderthalb Meilen westlich von Spandau. Die Hamburger Eisenbahn schneidet an seinem Südrande hart vorbei und bildet, wenn man auf die Karte blickt, den Fuß, auf dem er steht. Wer ihn besuchen will und die Jahre des Turnerenthusiasmus hinter sich hat, pflegt deshalb auch die genannte Bahn zu benutzen, die ihn wochentags bis an die östlichen Vorlande des Waldes (Station Segefeld) oder sonntags in Extrazügen direkt bis an seine Eingänge führt. >>> weiter lesen >>>

 

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