Tag der Pflege: Seniorenbeirat und Gleichstellungsbeauftragte unterstützen Aktion
Am Internationalen Tag der Pflege (12. Mai) haben in Brieselang die Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Neumann und der Seniorenbeirat die Aktion #Pflegerebellion unterstützt. Mit verschiedenen Plakaten konnten sie am Mittwoch im Sinne der Botschaft Aufmerksamkeit erregen. Unterstützt wurden sie dabei von Vera Luther, langjährige Pflegefachkraft und eine der vorgeschlagenen Brieselanger Superheldinnen.
Die Kampagne #Pflegerebellion der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen soll auf Missstände und schwierige Bedingungen in der Alten- und Krankenpflege aufmerksam machen, die gerade in der Corona-Pandemie deutlicher denn je sind.
Viele Pflegekräfte sind am Ende ihrer Kräfte. Schon viel zu lange arbeitet das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen unter extremen Bedingungen. Ein Großteil davon sind Frauen.
Zu wenig Personal für zu viele Patient*innen, hohe psychische und physische Belastung, großer Zeitdruck und eine zu schlechte Bezahlung.
Schon lange sind die Missstände in der Pflege bekannt, seit Jahren werden Krankenhäuser privatisiert und auf Profit getrimmt. Den Preis zahlt das Pflegepersonal und die Patient*innen. Gesundheit ist keine Ware. Gute Pflege ist lebensrelevant.
Das Land Brandenburg hat am 1. April dieses Jahres die Förderrichtlinie „Pakt für Pflege“ verabschiedet. Damit soll die Pflege vor Ort gestärkt und nachhaltig gestaltet, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen insbesondere im ländlichen Raum entlastet, Beratungsstrukturen ausgebaut und die Fachkräftesicherung in der Pflege durch attraktive Ausbildungs- und Beschäftigungsbedingungen gefördert werden. Für die Umsetzung stehen im Landeshaushalt jährlich rund 22 Millionen Euro zur Verfügung, davon stehen 11,7 Millionen für das Förderprogramm Pflege vor Ort bereit. Die Gemeinde Brieselang könnte hiervon Fördermittel von rund 25.000 Euro erhalten. Ein finanzieller Eigenanteil der Zuwendungsempfangenden ist in Höhe von mindestens 20 Prozent, bei Kommunen, die sich nachweislich in der Haushaltssicherung befinden, in Höhe von mindestens10 Prozent erforderlich. Der Eigenanteil kann ganz oder teilweise auch durch Mittel Dritter erbracht werden.
Die Vorsitzende des Seniorenbeirats Brieselang, Manuela Wolke, forderte die Gemeindeverwaltung dazu auf, aktiv diese Fördermöglichkeit zu nutzen um kreative und nachhaltige Projekte zu initiieren und umzusetzen. Der Seniorenbeirat selbst wird einen „Runden Tisch“ mit möglichst vielen kommunalen Akteuren aus dem Bereich Pflege und ehrenamtliches Engagement mit dem Ziel durchführen, ganz konkrete Ideen und Vorhaben gemeinsam zu diskutieren und daraus Projektvorschläge zu erstellen die dann in die Gremien der Gemeindevertretung eingebracht werden sollen. „Wir können und werden ganz sicher viele Vorschläge mit Umsetzungspotential zusammentragen. Antragsberechtigt ist aber letztlich nur die Gemeinde, sprich der Bürgermeister. Wir wünschen uns hier einen konstruktiven Dialog“, so Wolke.
„Frauen sind in vielfältiger Weise von der Situation und den Problemen in der Pflege betroffen: Zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Brandenburg sind weiblich. Frauen sind mit 70 % in der Regel Hauptverantwortlich, wenn es zu einem Pflegefall in der Familie kommt. Daher ist es bei der Umsetzung des Pakts für Pflege in unserer Gemeinde notwendig und unerlässlich die Pflege vor Ort geschlechtergerecht umzusetzen. An dieser Stelle unterstütze ich gern bei der Realisierung des Pakts für Pflege in unserer Gemeinde“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Neumann zu.

