Erinnerung, Gedenken und Mahnung als Verpflichtung
Brieselang. Stille Gedenkzeremonie: Aus Anlass des 78. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa am 8. Mai 1945 haben Brieselangs stellvertretender Bürgermeister Thomas Lessing, zahlreiche Gemeindevertreter:innen fast aller Fraktionen und weitere Gäste am OdF-Ehrenmal in der Thälmannstraße am Platz des Friedens am Montag der Opfer von Faschismus, Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Blumen und Gestecke wurden niedergelegt, kurze Ansprachen gehalten und eine Schweigeminute eingelegt.
Mehr als 60 Millionen Menschen haben wegen der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten ihr Leben verloren, allein sechs Millionen Menschen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet. Am „Tag der Befreiung“, der mittlerweile auch bundesweit zentral an Akzeptanz und Bedeutung gewinnt, hatten sich am OdF-Denkmal in Brieselang rund 20 Teilnehmer aus Anlass des Gedenkens eingefunden. Neben Vertretern der Linken waren auch die SPD, Bürger für Brieselang, und die Grünen unter anderem vor Ort. Antje Koch hob während ihrer Rede hervor, dass „Deutschland am 8. Mai 1945 vom Nationalsozialismus und dem damit verbundenen Grauen befreit wurde“.
„Auch wenn wir nicht real dabei waren, da uns die Gnade der späten Geburt zu Teil wurde, haben wir alle die Schrecken des Holocaust und des Krieges erzählt bekommen, in Geschichtsbüchern darüber gelesen, es in der Schule behandelt und versucht, das Unbegreifliche doch zu begreifen.“ Zugleich mahnte sie, die Erinnerung wach zu halten: „Die letzten Überlebenden sterben. Bald werden ihre Stimmen für immer schweigen. Und so ist es an uns, weiter zu erinnern, weiter zu mahnen, zu gedenken und alles dafür zu tun, dass der Nationalsozialismus sowie der Faschismus nie wieder in unsere Parlamente Einzug hält. Obwohl wir wissen, dass er schon längst wieder auf fruchtbaren Boden gefallen ist und sich immer weiterverbreiten will.“ Mit dem Blick auf die Krisen und Kriege dieser Welt und dem Gedicht „Die Bitten der Kinder“ von Bertolt Brecht endete ihre Rede.
Vize-Bürgermeister Thomas Lessing sprach von einem „traurigen, aber wichtigen Anlass“ des Gedenkens, der vor dem Hintergrund der Aktualität und der jüngeren Vergangenheit mit Blick auf die Ukraine oder dem Krieg im damaligen Jugoslawien verdeutliche, wie „unfassbar und undenkbar nah“ Kriege und Gewalt immer noch verbreitet seien. „Bei so viel Ungerechtigkeiten hoffe ich, dass die Welt wieder besser wird.“
Nach einer Schweigeminute legten die Teilnehmer sodann Blumen am Denkmal für die Opfer des Faschismus nieder, auf dem die Aufschrift „Die Toten Mahnen“ zu lesen ist.



