Bilanz Badesaison: Gute Resonanz, aber auch Herausforderungen
Brieselang. Die Verwaltung der Gemeinde Brieselang hat die Badesaison am Nymphensee für 2024 ausgewertet und mit kleineren Abstrichen als Betreiberin der Badestelle eine positive Bilanz gezogen. Während zahlreiche Verbesserungen erfolgreich umgesetzt werden konnten und der See weiterhin ein beliebtes Naherholungsgebiet geblieben ist, haben wiederkehrende Herausforderungen wie Vandalismus, Vermüllung und die Parkraumbewirtschaftung für Aufgabenzuwächse gesorgt.
„Die Betreuung des Nymphensees durch die Verwaltung erfolgte in diesem Jahr erneut mit großem zeitintensiven Einsatz“, sagte Kathrin Samland während der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am Mittwochabend (27. November 2024). Die kontinuierliche Betreuung gewährleistete etwa der Bauhof vor und die Verwaltung hinter den Kulissen. So war ein Mitarbeiter von Montag bis Freitag vor Ort, um Wartungsarbeiten und Kontrollen durchzuführen. An den Wochenenden wurde der Fokus auf das Auf- und Zuschließen der Sanitäranlagen sowie die Müllentsorgung gelegt. Die Reinigung der Sanitäranlagen übernahm eine externe Firma.
Die Gemeinde hat bei der Grünpflege zudem auf ein differenziertes Konzept gesetzt. Rasenflächen wurden dort gemäht, wo es erforderlich war, während andere Areale bewusst als Blühwiesen belassen wurden, um die Biodiversität zu fördern. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Müllbeseitigung, die an Wochenenden intensiviert wurde. Trotz gesteigerter Entsorgungsmaßnahmen waren die Müllbehälter regelmäßig überfüllt, insbesondere nach abendlichen Treffen. Die Einführung neuer Hundetütenspender hat sich indes bewährt.
Und sonst? Die Kosten für die Bewirtschaftung beliefen sich im Jahr 2024 auf 54.939,65 Euro. Damit konnten die Kosten im Vergleich zu 2023 deutlich reduziert werden (69.872,31 Euro). Zu den größten Ausgabenposten zählte etwa die Reinigung der Sanitäranlagen. Die Ausgaben stiegen durch erhöhte Material- und Lohnkosten auf 24.507,99 Euro (+54 %). Die Kosten für Wasser und Abwasser beliefen sich auf 9.888,25 Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2.751,65 Euro). Gründe dafür waren sowohl der gestiegene Wasserverbrauch als auch notwendige Reparaturen, darunter die Trennung der Wasserleitung für Sanitäranlagen und Imbiss. Gegenrechnungen müssten jedoch noch erfolgen.
Kritisch zu bewerten sind beschädigte Einrichtungen wie Seifen- und Handtuchspender, die oft ersetzt oder repariert werden mussten. Überhaupt war die Saison auch geprägt von wiederkehrendem Vandalismus, wie Graffitis, darunter wurden zwei fremdenfeindliche Schmierereien gemeldet und zur Anzeige gebracht, sowie Sachbeschädigungen: so wurde etwa ein Handscanner am Drehkreuz mutwillig zerstört, ein Parkautomat manipuliert und Sanitäranlagen mehrfach beschädigt.
Apropos Parken. Insgesamt wurden 664 Verstöße festgestellt. Bußgelder in Höhe von 15.855 Euro wurden erhoben. Die Hauptprobleme traten am Parkplatz 1 und 2 sowie entlang der Finkenkruger Straße auf. Die Einnahmen aus den Parkgebühren lagen mit 40.003,50 Euro knapp über der Planung von 40.000 Euro. Trotz intensiver Nutzung gab es Ausfälle durch technische Probleme und Manipulationsversuche an den Automaten. Und: Auch die Polizei musste im Umfeld des Nymphensees mehrfach ausrücken. Insgesamt gab es 11 polizeiliche Einsätze, darunter Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen, die vier Ermittlungsverfahren nach sich zogen.
Die Gemeindeverwaltung hat aus den diesjährigen Erfahrungen erneut gelernt und plant nun für 2025, mit einem überarbeiteten Konzept zu starten. „Im nächsten Jahr werden wir ein Stück weit besser aufgestellt sein“, so Samland. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die Erweiterung des digitalen Parksystems (EasyParking). Dies soll sowohl den Komfort der Besucher erhöhen als auch Manipulationen erschweren. Natürlich soll auch die Infrastruktur weiter verbessert werden. Die Umsetzung von Projekten aus dem Bürgerhaushalt steht dabei unter anderem im Fokus, um die Attraktivität des Sees weiter zu steigern. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, etwa mit dem Verein „Nymphe & See“, soll zudem verstärkt werden. Und: auch die Guthabenkarten können im kommenden Jahr genutzt werden und via Bürgerbüro aufgeladen werden. Bürgermeisterin Kathrin Neumann-Riedel hatte zu Beginn der Sitzung betont, wie dankbar die Brieselangerinnen und Brieselanger für die kostenfreie Nutzung des Nymphensees seien. „Das hat sich während der Badesaison auch so widergespiegelt. Der See wird genutzt.“ Das soll auch so bleiben.