Alternative Wohn- und Pflegeformen als Notwendigkeit
Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn hat jüngst aus Anlass des Tags der offenen Tür der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH, die im Zentrum der Gemeinde vor wenigen Wochen nach Jahren der Abstinenz ein Treffpunkt- und Beratungsbüro eröffnet hatte, die Bestrebungen des Pflegedienstleisters ausdrücklich gelobt. „Alternative Wohn- und Pflegeformen für die älteren Mitmenschen und ihre Familien stellen für die Gemeinde Brieselang eine dringende Notwendigkeit dar“, sagte er.
In diesem Zusammenhang freute sich der Verwaltungschef gemeinsam mit Werner Futterlieb, Geschäftsführer der Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH, über das Engagement des privaten Investors, der Brieselanger Familie Marcuse. Sie möchte das Projekt „Neubau eines barrierefreien und altersgerechten Mehrfamilienhauses mit Seniorenwohngruppen, Tagespflege und ambulantem Pflegedienst“ am zentralen Standort hinter dem Supermarkt Aldi realisieren. Der Bauantrag soll noch in diesem Jahr gestellt werden. Erste Pläne des Architekten Matthias Wegner gibt es bereits. Das Marcuse-Grundstück wird derzeit teils als wilder Parkplatz genutzt.
Laut Angaben von Werner Futterlieb gewinnen indes Pflegearrangements für die ältere Generation mehr und mehr an Bedeutung. „Deshalb wollen wir vor Ort am Standort in Brieselang mit unseren Angeboten auch präsenter sein, um so den vorhandenen Bedürfnissen besser gerecht werden zu können. Wir intensivieren infolgedessen den Kontakt zu den Familien“, betonte er. Kurze Wege seien für alle Beteiligten das Maß aller Dinge, sowohl für die Pflegekräfte als auch für Familien, die zu betreuende pflegebedürftige Angehörige haben, um schnell und direkt handeln zu können. Zudem seien auch neue Wohnformen wie Wohngemeinschaften von zentraler Bedeutung, um Entlastung zu schaffen.
Mit Blick auf die Tagespflege müssten in den Kommunen viel stärker Angebote geschaffen werden, „schließlich“, so Futterlieb, „ist es unser Ziel, pflegebedürftige Menschen solange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld wohnen zu lassen. Das wollen sie auch. Die gewohnte Umgebung ist Heimat“. Für ihn trage die Gesellschaft dahingehend ebenfalls eine besondere Verantwortung, mehr Nachbarschaftshilfe sei vonnöten, da Pflegedienste nicht allein auch noch gärtnerische Leistungen & Co. miterledigen könnten. Und: Wie Futterlieb betonte, müsse nicht nur sein Unternehmen tagtäglich angefragte Pflegeheimplätze ablehnen. „Das ist ein riesengroßes Problem.“ Weiterhin gibt es eindeutig zu wenig Pflegepersonal.
Zur Info: Die Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH hat rund 550 Mitarbeiter. Etwa 1.500 Menschen werden begleitet – ambulant oder via Tagespflege.

